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Liebe Chica

Als Du im Herbst 1993 mit Bläcky zu uns kamst, warst Du ein federleichtes süsses Katzenkind, das immer die Nähe seines Bruders Bläcky suchte.

Für mich war sofort klar, dass Du „la chica“, das kleine Fräulein bist, das einfach einschlief wo immer es gerade müde wurde.




Dein Babyfell wuchs dicht in diesem ersten Winter und Du sahst wunderschön aus, meine kleine Prinzessin.



Sehr schnell bist Du überall herum geklettert, auf das Vorhangbrett, wo Du einmal fast heruntergefallen bist und über die dünne Stange zum Geschirrschrank. Wo ich dann die Leiter holen musste, weil Du da mit einer Pfote hingst.




Und bald war dein Schlafplatz hoch oben oder Du hast Dich oben im Schrank versteckt. Was habe ich den Atem angehalten, wenn Du hoch unter der Zimmerdecke über einen schmalen Steg balanciert bist. Sicher hast Du heimlich gelacht über meine Fürsorge.



Einmal bist Du durchs offene Fenster mit Bläcky auf den schmalen Fenstersims und als ihr Euch beide gleichzeitig wieder ins Zimmer gedrängt habt, bist Du vom 6.Stock in den Tiefe gesegelt. Ich dachte Du seiest tot. Aber Du bist gefallen wie ein Eichhörnchen und bist mit deinem buschigen Schwanz durch einen grossen Busch und kamst uns miauend entgegengelaufen.




Als Du jung warst, warst Du oft krank und ich musste Dich beim Tierarzt lassen. Du hast das Futter nicht vertragen und hattest oft Durchfall. Du bist gerne mit mir im Auto gefahren und hast vom Käfig aus geschaut und leise erzählt.



Manchmal bist Du mit mir und Bläcky in die Ferien gekommen und ich musste sehr gut aufpassen, dass Du nicht durch eine offene Tür schlüpfen konntest, ich hätte Dich nie wieder gesehen. Aber problemlos habt Ihr Euch überall wohlgefühlt, wenn wir zusammen waren.




Schachteln und Körbe hast Du über alles geliebt und überall bist Du hinein gekrochen. Im grossen Wäschekorb konntest Du dich verstecken und keine Tasche war vor Dir sicher.




Dann kam Nero unser schwarzes Katzenbaby, den mochtest Du überhaupt nicht, er war zu schnell und wollte immer spielen und Du warst oft müde und hattest Angst wenn er auf Dich zu rannte. Meistens hast Du Nero angefaucht und wolltest deine Ruhe haben.




Geschlafen hast Du meistens auf dem Korbstuhl, auf dem Rücken und konntest Dich in deinen Wuschelfell verkriechen.




Manchmal hast Du ganz gespannt vor dem weissen Schrank gesessen. Die Sonne hat Schatten von der Hängepflanze an die Wand geworfen und Du hast ewig lange gewartet, bis der Schatten eines vorbei fliegenden Vogels sich über die Fläche bewegte.




Am liebsten hast Du auf dem Balkon auf dem Regal gelegen, zwischen Pflanzen und hast geschlafen oder den Vögeln zugeschaut.




Einmal habe ich Dich verletzt und das tut mir leid. Dein feines dichtes Fell hat oft unlösbar verfilzte Knäuel gebildet. Beim Herausschneiden habe ich in Deine Haut geschnitten. Wir mussten zum Dok und mit viel Salbe, Liebe und Geduld ist alles wieder gut geworden.




"Du hast mir auch immer fleissig in der Küche geholfen......"



Dann wurde Bläcky sehr krank und wir haben uns alle grosse Sorgen gemacht. Du hast meinen Kummer gespürt und mich getröstet. Hast dein Köpfchen ganz fest an meinem Gesicht gerieben und Dich fest an mich gepresst. Danke für deine Fürsorge. Als es Bläcky besser ging bist Du plötzlich sehr krank geworden. Wir hatten grosse Angst um Dich und sind am Sonntag in die Praxis.

Es gab wenig Hoffnung. Im Tierspital haben sie Dich gründlich untersucht und festgestellt, dass dein kleines Herz, mit dem Du uns soviel Liebe gegeben hast nicht mehr konnte. Du warst so schwach und wolltest nichts mehr fressen.




Vier Tage hast Du gekämpft und wir mit Dir. Du warst unser Prinzesschen, Tag und Nacht habe ich Dich beobachtet, ob Du etwas brauchst, ob wir Dir dein Atmen etwas erleichtern können. Müde und traurig bist Du umher geschlichen und hast fast nur noch unter meinem Bett gelegen. Das Atmen wurde immer schwieriger und Du immer schwächer.




Dann kamst Du zu mir um mir zu sagen, dass es für Dich soweit ist. Ich habe Dir gesagt, dass wir den Weg zusammen gehen und Du keine Angst zu haben brauchst. Du konntest Dich von deinem Freund Mischa verabschieden und wir waren bis zu deinem letzten Atemzug bei Dir.




Der Dok hat gesagt, als Dein Herz aufgehört hat zu schlagen, ging dein Blick zu uns, die wir neben Dir standen und es war ein letztes Dankeschön in deinen Augen.





Meine kleine Chica, wir haben Dich sehr geliebt.



Deine Ma

Chica Sibirskayia
10.09.93 - 04.06.08